The field-tested methodology of a differentiated local monitoring of antibiotic use by pediatricians active in outpatient care can be transferred to other medical disciplines and might contribute to generate a database for comprehensive but targeted ABS approaches in the outpatient sector. The causes for the relatively inconsistent antibiotic prescription patterns between individual pediatricians are manifold but local antibiotic prescription cultures may play a relevant role. These cultures should be identified and modified in the sense of ABS. Erste umfangreichere Auswertungen zeigten für die 23 KV-Regionen in Deutschland im Jahr 2001 eine Spannweite von 9,6 (jeweils Brandenburg und Sachsen) bis 17,3 (Saarland) Antibiotika-DDD/1000 Einwohner und Tag [10]. Im Jahr 2003 lagen die Zahlen in denselben 23 Regionen über alle Altersgruppen zwischen 9,2 in Brandenburg und 17,9 in der Pfalz – und, bezogen nur auf Kinder, zwischen 11,2 in Südwürttemberg und 22,4 in der Pfalz [16]. Angesichts unseres mit 16 Praxen bzw. 28 Ärztinnen/Ärzten rel. kleinen Kollektivs können die jeweiligen Anteile der Antibiotika am Gesamt der Arzneimittelverordnungen der einzelnen Ärzte wie auch die arztindividuellen Anteile der verschiedenen Wirkstoffe nur bedingt beurteilt werden. Im Vergleich der Bezirksstellen darf jedoch vermutet werden, dass die Patientenkollektive untereinander einigermaßen vergleichbar sind und folglich, bei einer allgemein verfügbaren bzw. gültigen Evidenz etwa in Form von Leitlinien, keine so deutlichen regionalen Unterschiede in der Verordnungshäufigkeit von Antibiotika resultieren sollten. Im Studienzeitraum wurden von 28 PädiaterInnen insgesamt 28.677 Antibiotikaverordnungen für 20.868 individuelle Patienten eingelöst. Der Altersmedian betrug 5,0 Jahre (25- bzw. 75-Perzentile 2,6 bzw.

8,8 Jahre), Mädchen und Jungen nahezu 1:1 verteilt. 40 % der Verordnungen entfielen auf die Altersgruppe 2 bis <6 Jahre. Die Verordnungen waren im zeitlichen Ablauf sehr unterschiedlich verteilt. Es zeigte sich eine hohe Varianz der Verordnungsmuster einzelner Ärztinnen und Ärzte sowohl auf lokaler Ebene als auch im regionalen Vergleich innerhalb von Westfalen-Lippe. Kern WV, de With K (2012) Rationale Antibiotikaverordnung – Mehr Herausforderungen als Erfolge. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 55:1418–1426 Bakterielle Antibiotikaresistenzen stellen ein großes Problem dar. In den letzten Jahren wurden zunehmend Initiativen eingeleitet, um die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen einzudämmen, etwa die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) [7], die u. a. einen sachgerechten Einsatz von Antibiotika fordert. In Deutschland werden Antibiotika regional in sehr unterschiedlichem Ausmaß eingesetzt [12]. Um die Ursachen dafür verstehen zu können, und um Grundlagen für gezielte Interventionsmaßnahmen zu gewinnen, werden bessere Daten zum Antibiotikaeinsatz benötigt [8]. Diese Unterschiede haben – neben medizinisch-epidemiologischen – eine Reihe von weiteren Ursachen, etwa ärztlicherseits Fachkenntnisse und Einstellungen, verfügbare Handlungsleitlinien sowie diagnostische Unsicherheit, über Patientenpräferenzen hin zu soziodemografischen und gesundheitssystembezogenen Faktoren. Mangelndes Problembewusstsein insbesondere auf ärztlicher Seite sowie lokale Antibiotikaverordnungskulturen dürften dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Die Datenbasis ist verfügbar. Sie sollte genutzt werden.