Gilt die detailierte Auswertung eines Begabungstests (bei einer Berufsberatung abgelegt) als Fachgutachten? Und kann man das Persönlichkeitsgutachten von zB einem Erzieher (Internat) verfasst werden? Frau N.N. geb. am … in … hat mich anlässlich ihrer Bewerbung um ein Stipendium [des Stipendiengebers] um ein Kurzgutachten für ihr Promotionsvorhaben gebeten. Gerne komme ich ihrer Bitte nach. Ob der Begabungstest als Fachgutachten gewertet werden kann, musst du mit der Stiftung klären, bei der du dich bewerben willst. Beim Persönlichkeitsgutachten kommt es auf die Ziele der Stiftung an. Oftmals wird dieses bspw. als Nachweis für gesellschaftliches Engagement gefordert. In diesem Beispiel würde dann jemand aus der gemeinnützigen Organisation gut passen, bei der man sich engagiert. Empfehlungsschreiben für eine Bewerbung um ein Stipendium können entweder Fachgutachten oder Persönlichkeitsgutachten sein. Ein Fachgutachten sollte insbesondere auf die fachlichen Qualifikationen des sich um ein Stipendium bewerbenden Studenten Bezug nehmen.

Das Persönlichkeitsgutachten sollte von einer Person stammen, die den Bewerber gut kennt und ihn in einem Lebensabschnitt betreut hat. Dies kann ein Lehrer aber auch der Leiter eines studentischen Ressorts sein. Wenngleich das Fachgutachten insbesondere Bezug auf die fachliche Qualifikation des Bewerbers nehmen soll, heißt dies nicht, dass es ausschließlich davon handeln sollte. Sollte eine Stiftung also besonderen Wert darauf legen, dass ihre Bewerber außercurriculares Engagement nachweisen können, so kann ein gutachtender Professor, der Dein Engagement für ein studentisches Ressort hat beobachten können, ebenfalls darauf Bezug nehmen. Es war schon während des Grundstudiums erkennbar, dass die Antragstellerin mit ihren Leistungen an der Spitze liegt. Ich habe deshalb sehr gerne bereits in dieser Phase ihren Antrag auf Aufnahme in ein [spezielles Förderprogramm] mit dem hierfür erforderlichen Fachgutachten unterstützt. Ich konnte schon damals die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen hierfür uneingeschränkt bestätigen. Mit der Zwischenprüfung/Vordiplomprüfung, in der die Antragstellerin die Rankingziffer 1 erzielte, wurde diese Einschätzung belegt. Frau N. N. beabsichtigt, nach Ablegung ihrer Diplomprüfung an unserer Fakultät zum Thema “[rechtsvergleichendes Thema mit Auslandsbezug]” zu promovieren. Sie plant im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten Promotionsvorhabens auch weitere Studienaufenthalte in [Land] die speziell dazu dienen sollen, [Detailangaben] in Literatur und Praxis nachzugehen.

Ich möchte die Antragstellerin in ihrem Vorhaben vorbehaltlos bestärken und ihren Antrag auf Gewährung eines Promotionsstipendiums nachhaltig befürworten. Grundsätzlich sollte auch ein Empfehlungsschreiben für eine Stipendienbewerbung einer gewissen Struktur folgen. Das heißt, dass der Gutachtende einleitend zunächst erwähnt, woher, wie lange und wie gut er Dich kennt. Dies kann zum Beispiel aus einer seiner Vorlesungen sein. Die Antragstellerin ist Teilnehmerin unseres Studienganges [Name]. [Kurze Erläuterung der Historie des Studienganges, 4 Zeilen]. Die Absolventen dieses Studienganges sind deshalb auch in besonderer Weise dazu berufen, [fachliche] Themen zu bearbeiten, bei denen auch [in einem anderen Fach] Kompetenz gefragt ist, wie dies bei der von der Antragstellerin beabsichtigten Promotion der Fall ist. Aufgrund unserer beschränkten Aufnahmekapazität und der hohen Bewerberzahl können wir für diesen Studiengang jährlich jeweils eine hochqualifizierte Gruppe von Studierenden gewinnen. Die Antragstellerin war bei uns bereits im Auswahlverfahren sehr positiv beurteilt worden. Sie hat ihre hohe Qualifikation in fachlicher wie auch persönlicher Hinsicht im Verlauf des Studiums noch besonders unterstrichen.

Die Antragstellerin hat an sämtlichen meiner Lehrveranstaltungen in den [Teilfächern 1 und 2] teilgenommen und die am Ende eines jeden Semesters abzulegenden Prüfungen mit besten Noten bestanden.